VITA Magazin
1-2021
7/19

Wie gehe ich mit der Homosexualität meines Kindes um?

Gesteht ein junger Mensch seiner Familie, dass er sich vom gleichen Geschlecht angezogen fühlt, ist Unterstützung gefragt.

Ein Coming-out ist ein großer Schritt: Er bedeutet, dass schwule Männer oder lesbische Frauen ihr soziales Umfeld mit der Tatsache ihrer eigenen Homosexualität konfrontieren. Sprechen die Tochter oder der Sohn mit ihren Eltern über ihre sexuelle Orientierung, ist das auf jeden Fall ein großer Vertrauensbeweis: Schließlich birgt das Geständnis auch die Gefahr, von der Familie abgelehnt zu werden. Ganz wichtig ist deshalb, dass das Kind spürt, dass es auch weiterhin geliebt und unterstützt wird. 

Eltern müssen Vertrauen haben

Den meisten Eltern macht es Angst, wenn ihr Kind ihnen eröffnet, homosexuell zu sein. Sie sorgen sich um seine Zukunft und fürchten, es könnte diskriminiert oder beruflich benachteiligt werden. Mit dem Coming-out des Kindes müssen dann auch noch viele Träume begraben werden – nicht selten auch der Wunsch nach Enkelkindern. Sorgen sind jedoch häufig unbegründet: Womöglich hat das Kind bereits einen eigenen Plan gestaltet, mit dem es ein glückliches Leben führen kann.

Wie kann man das Kind unterstützen?

Eltern können den Sohn oder die Tochter zum Beispiel dazu ermuntern, Kontakt zu anderen homosexuellen Jugendlichen aufzunehmen – so erfahren sie, dass sie kein Einzelfall und mit ihrer Thematik nicht allein sind. Geht das Kind noch zur Schule, sollten Eltern mit ihm darüber sprechen, ob dort wegen seiner Homosexualität vielleicht Probleme aufgetreten sind. Wenn es notwendig erscheint, kann auch ein Gespräch mit Lehrern oder dem Elternbeirat sinnvoll sein.

In der Regel spricht es sich schnell herum, wenn jemand dem gleichen Geschlecht zugeneigt ist. Klatsch tritt man am besten mit Klarheit und Sachlichkeit entgegen: Eltern sollten in diesem Fall Stellung beziehen und deutlich machen, dass sich für sie nichts am Verhältnis zu Tochter oder Sohn geändert hat, nur weil sie oder er homosexuell ist. Uneingeschränkt hinter dem Kind zu stehen, hilft nicht nur dem Nachwuchs, sondern auch den Eltern.