VITA Magazin
1-2021
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Die häufigsten Kinderkrankheiten

Infektionen wie Mumps oder Masern werden Kinderkrankheiten genannt, weil sie so ansteckend sind, dass die meisten Menschen schon als Kind daran erkranken. Gegen viele stehen Impfungen zur Verfügung.

Infekte im Kindesalter sind notwendig – nur über sie kann das Abwehrsystem von Kindern so aufgebaut werden, dass es im späteren Verlauf des Lebens vor Krankheitserregern aus der Umwelt schützt. Eine besondere Rolle spielen hier die Kinderkrankheiten: Viele von ihnen zeigen charakteristische Hautausschläge.

Mumps

Mumps – auch Ziegenpeter genannt –  ist hochansteckend. Jungen sind öfter von der Krankheit betroffen als Mädchen: Mumps tritt vor allem im Kindergarten- oder Schulalter auf. Charakteristisch sind ein- oder beidseitige Schwellungen an den Ohrspeicheldrüsen – dazu kommen Schmerzen beim Kauen und Schlucken. In schweren Fällen können die Schwellungen auch auf andere Speicheldrüsen, die Bauchspeicheldrüse, die Schilddrüse, die Eierstöcke oder auf die Hoden übergreifen. Im Allgemeinen verläuft die Krankheit harmlos und ist nach einer Woche überstanden. Schwere Komplikationen sind bei Mumps selten – die Kinder sollten trotzdem Bettruhe einhalten und einem Arzt vorgestellt werden. Im Rahmen einer Kombinationsimpfung, mit Masern und Röteln können Kinder gegen Mumps geschützt werden.

Masern

Auch Masern sind extrem ansteckend – die Inkubationszeit beträgt zehn bis elf Tage. Sie beginnt in der Regel mit Erkältungssymptomen, bald treten jedoch Fieber, eine Augenbindehautentzündung, schweres Krankheitsgefühl, Husten, Kopfweh und der maserntypische Ausschlag auf. Das Fieber steigt in diesem Stadium häufig auf über 40°C. Vier bis fünf Tage später ist das Fieber fast immer verschwunden, das Kind fühlt sich jedoch noch sehr müde.

Masern sind keine harmlose Krankheit. Sie schwächen die kindlichen Abwehrkräfte und machen anfällig für verschiedenste andere Infektionen – außerdem können sie schwere Komplikationen nach sich ziehen. Eine mögliche Spätfolge der Masern ist die SSPE -  eine Gehirnentzündung, die erst Jahre später auftauchen und zum Tod führen kann. Mit zwei Impfungen können Kinder sicher vor Masern geschützt werden.

Windpocken

Windpocken schulden ihren Namen der Tatsache, dass sie sich nicht nur von Körper zu Körper, sondern auch auf dem Luftweg verbreiten können. Bei kleineren Kindern verläuft die Erkrankung in der Regel mit milden Symptomen: Nachdem sich Fieber, der typische Ausschlag und Juckreiz gezeigt haben, ist die Krankheit meistens nach etwa einer Woche überstanden. Eltern sollten darauf achten, dass Ihr Kind die juckenden Bläschen nicht aufkratzt: Verschiedene Tinkturen und Lotionen können gegen den Juckreiz helfen. Auch Windpocken können mit Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Störungen des zentralen Nervensystems einhergehen: Erwachsene sind davon häufiger betroffen als Kinder.

Keuchhusten

Keuchhusten beginnt wie eine Erkältung – mit Heiserkeit und leichtem Fieber. Nach etwa zwei Wochen zeigt das Kind heftige, abgehackte Hustenanfällen, die von einem Würgereiz begleitet werden. Die Einatmung klingt wie ein Keuchen und das Kind hat regelrechte Erstickungsanfälle, die vor allem nachts auftreten. Das Anfallsstadium dauert etwa drei bis vier Wochen. Komplikationen der Krankheit sind Lungenentzündungen und Krämpfe – auch kann Keuchhusten ein Auslöser von Asthma sein. Keuchhusten ist vor allem für Säuglinge gefährlich: Sie sollten deshalb im Krankheitsfall streng überwacht werden. Eine rechtzeitige Impfung kann wirksam vor der Erkrankung schützen. 

Scharlach

Scharlach wird durch Bakterien verursacht und tritt in den meisten Fällen zwischen dem dritten und dem achten Lebensjahr auf – auch Erwachsene können allerdings daran erkranken. Die Symptome der Krankheit zeigen sich sehr plötzlich: Kopf- und Halsschmerzen und hohes Fieber stehen im Vordergrund – der Rachen hat eine scharlachrote Farbe. Manche Kinder leiden auch an Übelkeit. Typisch ist die himbeerrote Verfärbung der Zunge, die nach zwei bis vier Tagen eintritt – auch ein Hautausschlag mit stecknadelkopfgroßen Flecken ist charakteristisch für die Krankheit. Drei Wochen nach Krankheitsbeginn fängt die Haut an den Handflächen und den Fusssohlen an, sich zu schälen.

Scharlach wird häufig mit Antibiotika therapiert: Die Ansteckungszeit wird damit abgekürzt und gefährliche Komplikationen werden vermieden.

Röteln

Röteln sind zwar sehr ansteckend – verlaufen in der Regel aber harmlos. Die meisten von Röteln betroffenen Kinder fühlen sich kaum beeinträchtigt – sie haben nur leichtes Fieber und häufig Schnupfen. Die Lymphdrüsen im Nacken und hinter den Ohren sind typischerweise geschwollen und die Gelenke schmerzen. Ein Ausschlag mit kleinen hellroten Flecken tritt einige Tage nach den anderen Symptomen auf.

Schwangere sollten nicht in Kontakt mit an Röteln erkrankten Kindern kommen: Ist die werdende Mutter nicht geimpft oder hat sie die Erkrankung noch nicht durchgemacht, drohen dem Ungeborenen schwere Fehlbildungen. Kinder sollten deshalb am besten schon früh gegen die Röteln geimpft werden – so können sie die Infektion nicht an andere weitertragen.