VITA Magazin
2-2021
10/19

... eine Rolfing- Therapeutin?

Rolfing ist eine Körperarbeit, bei der die Haltung, die Struktur und die Bewegungsmuster des Körpers verbessert werden. Vielen körperlichen Beschwerden können damit gelindert oder sogar beseitigt werden



Was genau ist Rolfing?


Rolfing ist eine ganzheitliche  Faszientherapie, die versucht, die Körperstruktur zu verbessern, den Körper wieder in Balance zu bringen und Schmerzen damit die Grundlage zu entziehen. Der Hintergrund: Schmerzen entstehen nicht immer dort, wo es wehtut, sondern oft weit entfernt. Knickt zum Beispiel ein rechter Fuß während des Gehens nach innen weg, erfährt die rechte Körperseite wenig Unterstützung – was wiederum Schmerzen in der Schulter nach sich ziehen kann.


Wie läuft eine Behandlung ab?


Wir beginnen immer mit einem Vorgespräch, in dem ich die Klientin oder den Klienten zuerst einmal kennenlerne und nach Beschwerden frage. Dann nehme ich eine Haltungs- und Bewegungsanalyse im Laufen und im Stehen vor. Um Veränderungen und Fortschritte zu bemerken, passiert das vor jeder Sitzung. Während der eigentlichen Behandlung werden Verhärtungen und Verklebungen mit der Rolfing-Berührung manuell gelöst. Sie soll ermöglichen, dass die Faszien in ihren Hüllen wieder reibungslos gleiten können. Damit Bewegungen auch unter Einwirkung der Schwerkraft funktionieren, ist es wichtig, auch im Sitzen, Gehen und im Stehen zu therapieren.


Wer kommt zu Ihnen?


Das sind Männer und Frauen aller Altersgruppen – vom Kind bis zum Senioren. Und sie kommen aus verschiedensten Gründen. Viele werden von Physiotherapeuten oder auf Empfehlung von Ärzten zu mir geschickt – häufig mit chronischen Problemen oder einer längeren Vorgeschichte. Andere haben Rücken-, Schulter- oder Nackenschmerzen – die Arbeit im Home-office hat die Beschwerden häufig noch verschlimmert. Frauen kommen oft nach einer Schwangerschaft und der Geburt, Sportler erhoffen sich vom Rolfing eine Leistungssteigerung.


Wie viele Sitzungen sind notwendig bis Besserung eintritt?


Manchmal zeigt sich schon nach der ersten Sitzung eine Besserung. Für einen längerfristig haltbaren Erfolg bearbeite ich die gesamte Körperstruktur – dafür hat sich das Konzept der 10-er-Serie bewährt. Die einzelnen Sitzungen bauen aufeinander auf und es stehen jeweils andere Körperregionen im Mittelpunkt. Die individuelle Problematik ist dabei natürlich immer die Grundlage. Einige wenige chronische Erkrankungen können eine längere Behandlung erforderlich machen. Der Abstand zwischen den einzelnen Sitzungen sollte idealerweise eine bis vier Wochen betragen.


Wie wird man Rolfing-Therapeutin?


Erstmal ist man begeistert! Die European Rolfing Association (ERA) bietet eine Modulausbildung an, die über 2,5 Jahre geht. Voraussetzung sind anatomische Grundkenntnisse und erste Erfahrungen in manuellen Therapien. Es gibt ständig Fortbildungsangebote, bei denen die Therapeutinnen und Therapeuten ihr Spektrum erweitern können.




www.gentsch-rolfing.de