VITA Magazin
3-2020
5/19

Blasenentzündung

Anders als viele andere Infekte kommt die Blasenentzündung nicht  vermehrt im Winter vor – sie tritt auch in den Sommermonaten häufig auf.  Frauen sind von der Krankheit öfter betroffen als Männer

Blasenentzündungen sind unangenehm – zum Glück aber meistens harmlos. Klassische Symptome einer unkomplizierten Erkrankung sind häufiger Harndrang, bei dem nur geringe Mengen an Urin ausgeschieden werden sowie Schmerzen beim Wasserlassen. Manchmal zeigen sich auch Schmerzen in der Gegend der Blase und das Gefühl eines krampfartigen Zusammenziehens. Der Urin ist häufig trüb und riecht auffällig – in schwereren Fällen kann er auch Blutbeimengungen enthalten. Weitet sich die Entzündung auf die Nieren oder bei Männern auf die Prostata aus, treten oft Rückenschmerzen auf. Frauen leiden häufiger unter Blasenentzündungen: Das liegt vor allem daran, dass Erreger hier einen kürzeren Weg zurücklegen müssen, um die Blase zu infizieren. Dazu kommt, dass die weibliche Harnröhre näher an der Analregion liegt – einem Bereich, in dem sich häufig Bakterien finden, die eine Blasenentzündung auslösen können.

Was passiert jetzt im Körper?
Bei einer Blasenentzündung ist vor allem die Schleimhaut in der Harnblase betroffen. Ist diese gereizt, reagiert sie deutlich sensibler auf Dehnungsreize und gibt dadurch schneller und häufiger den Impuls zur Entleerung der Blase. Meistens ist nicht nur die Blase erkrankt, sondern auch die Harnröhre. Aus diesem Grund spricht man eher von einem Harnwegsinfekt. Eine ernsthafte Komplikation ist, wenn die Entzündung auch auf die Nieren übergreift oder sich eine Nierenbeckenentzündung entwickelt.

Wie die Krankheit entsteht
Meistens sind Bakterien die Ursache einer Blasenentzündung. Häufig kommen die Erreger aus dem Darm und gelangen über die Harnröhre bis in die Blase. Selten beginnt die Entzündung auch in den Nieren – in diesem Fall dringen die Bakterien über die Harnleiter bis in die Harnblase vor. Es gibt verschiedene Umstände, die das Entstehen einer Blasenentzündung begünstigen: Ein geschwächtes Immunsystem zum Beispiel macht es Bakterien leichter, die Harnwege zu infizieren. Kälte, durch Sitzen auf kalten Flächen oder durch nasse  Badesachen ist ein häufiger Auslöser. Ein Östrogenmangel, etwa während oder nach den Wechseljahren, erhöht die Gefahr zu erkranken. Auch häufiger Geschlechtsverkehr kann die Krankheit begünstigen – in diesem Fall spricht man von einer sogenannten Honeymoon-Zystitis. Menschen, die an einem Diabetes erkrankt sind, haben ein höheres Infektionsrisiko: Sie sind generell anfälliger und ihr erhöhter Zuckergehalt im Urin ist ein perfekter Nährstoff für Bakterien. Ein weiterer Risikofaktor ist, wenn immer wieder Restharn in der Blase verbleibt. Keime finden darin einen optimalen Nährboden. Und schließlich Schwangerschaft und Wochenbett: Durch den veränderten Hormonspiegel sind in dieser Zeit die Harnwege geweitet, wodurch Erreger es leichter haben, in die Blase aufzusteigen. 

Bei Männern, die Symptome einer Blasenentzündung zeigen, besteht die Möglichkeit, dass eine Prostatavergrößerung vorliegt. Sie sollten bei Schmerzen darum unbedingt frühzeitig zum Arzt gehen.

Was hilft bei Blasenentzündungen?
Unkomplizierte Blasenentzündungen können in der Regel mit Hausmitteln bekämpft werden. Wichtig ist, viel zu trinken, damit die Blase häufig entleert wird und die Keime schnell ausgespült werden. Gut tun Blasen- und Nierentees, die eine antibakterielle Wirkung haben. Auch eine Wärmflasche, ein warmes Bad oder ein feuchtwarmer Umschlag auf dem Unterbauch können Schmerzen lindern. Bessern sich die Beschwerden nicht, verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Meistens muss dieses etwa eine Woche lang eingenommen werden – es gibt jedoch auch Präparate, bei denen eine einmalige Einnahme ausreicht. Starke Schmerzen werden mit krampflösenden Mitteln behandelt, die die Muskulatur der Blase entspannen.


Vorbeugen hilft!
Ständige Blasenentzündungen – wer ein paar Dinge beachtet, hat künftig sehr wahrscheinlich weniger Probleme mit seinen Harnwegen. Zuerst einmal: Kalte Füße sind Gift für die Blase – sie sollten immer schön warm gehalten werden. Und: Nasse Badesachen sollten nach dem Schwimmen immer gleich ausgezogen werden. Viel zu trinken tut nicht nur dem gesamten Organismus, sondern auch speziell der Blase gut: Etwa 1,5 Liter täglich sollte es sein. Wichtig ist auch, regelmäßig zur Toilette zu gehen und nicht erst dann, wenn die Blase richtig voll ist. Auch sollten Sie darauf achten, dass die Blase dabei möglichst vollständig geleert wird. Achten Sie auf eine gute Intimhygiene und reinigen Sie den Schambereich statt mit Seife am besten nur mit warmem Wasser. Tragen Sie außerdem Baumwollunterwäsche und waschen Sie diese bei 60 Grad – so haben Bakterien keine Chance!