VITA Magazin
3-2021
7/19

Sollten Eltern den Kontakt verbieten?

Haben Kinder oder Jugendliche Freunde, die ihnen nicht gut tun, ist das für die Eltern eine schwierige Situation. Fingerspitzengefühl ist jetzt gefragt


Werden Kinder größer, sind irgendwann nicht mehr die Eltern, sondern Freunde ihr Mittelpunkt. Geraten sie jetzt an die „Falschen“, müssen Eltern viel Feingefühl zeigen! Zuerst einmal sollten die Freunde der Kinder nicht bewertet werden. Auch ist es hilfreich, Vertrauen dafür aufzubringen, dass das Kind gute Gründe für die Freundschaft mit einem anderen Kind hat, das den Eltern vielleicht nicht so sympathisch ist. Wenn allerdings davon ausgegangen wird, dass vom neuen Freund oder der Freundin eine Gefährdung ausgeht, müssen Eltern das Gespräch suchen. Verbote bringen in dieser Situation meistens gar nichts – sie sorgen eher dafür, dass das Kind sich den neuen Freunden noch mehr zuwendet. Besser ist es, dem Kind wirklich zuzuhören und  die neuen Bekannten vielleicht auch einmal kennenzulernen.


Nichts auf Gerüchte geben 


Andere nach Äußerlichkeiten oder auch Gerüchten zu beurteilen, ist grundsätzlich zu vermeiden. Vor allem, wenn der Nachwuchs bereits im Teenageralter ist, sollten die Eltern sich sehr zurückhalten. Ängste sind nicht immer angebracht! Viele Erziehungsexperten sind sogar der Meinung, dass „falsche“ Freunde für die Entwicklung sinnvoll sein können: Durch sie werden viele Werte und Regeln der Eltern bestätigt.


Was tun, wenn Gefahr droht?


Drogen, extremes Gedankengut, Gewalt – kommt der Jugendliche mit solchen Tendenzen in Kontakt, muss gehandelt werden. Auch hier sind Verbote oder Hausarrest kontraproduktiv und bewirken, dass erst recht Kontakt zu den neuen  Freunden gesucht wird. Eher hilft Aufklärung oder der gemeinsame Besuch einer Erziehungsberatungsstelle. Zusätzlich können die Eltern das Gespräch mit dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin suchen und darum bitten, das spezielle Thema im Unterricht zu diskutieren. Auch andere Kinder und Jugendliche tragen oft dazu bei, die Situation zu entspannen. Eltern könnten versuchen, ihr Kind mit anderen Kreisen in Kontakt zu bringen – zum Beispiel in einem Sportverein oder einer anderen Jugendgruppe.