VITA Magazin
4-2020
5/19

Hautveränderungen

Fast jede Haut zeigt immer mal wieder Veränderungen: Nicht jede davon ist allerdings harmlos! Ein guter Grund, die Haut im Blick zu behalten und bei Unsicherheiten einen Arzt um Rat zu fragen.

Pickel oder Tumor, Ekzem oder Entzündung – stimmt etwas nicht mit der Haut, zeigt sie das auch. Darüber hinaus meldet die Haut häufig auch Krankheiten anderer Organe, zum Beispiel mit Ausschlägen oder der Veränderung ihrer Farbe. Grundsätzlich gilt: Kann eine Hautveränderung nicht eingeordnet werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch ein regelmäßiger Hautcheck beim Dermatologen macht Sinn: Für Menschen ab 35 Jahren übernehmen die Krankenkassen alle zwei Jahre die Kosten dafür.

Hautflecken – wodurch entstehen sie eigentlich?

Fast jeder Mensch hat Muttermale und Leberflecken – sie zeigen sich in verschiedensten Formen und Farben. Verdunkeln sich bestimmte Hautstellen, liegt eine sogenannte Hyperpigmentierung vor. Diese wird durch Melanin ausgelöst, ein Pigment, das in unserem Körper vorkommt, in Melanozyten produziert wird und für die Einfärbung von Haaren, Haut und Augen verantwortlich ist. Nimmt die Anzahl von Melanozyten im Körper zu, wird mehr Melanin ausgeschüttet – ein Prozess, der sich in der Entstehung dunkler Hautflecken zeigt. Solchen Pigmentstörungen können verschiedene Ursachen zugrunde liegen:

  • Alterungsprozesse
  • Hormonelle Einflüsse zum Beispiel durch Schwangerschaften oder die Wechseljahre
  • Genetische Veranlagung
  • Vermehrte Sonnenbestrahlung
  • Bestimmte Arzneimittel

Wie unterscheidet man harmlose von auffälligen Hautflecken? 

Bevor ein Hautfleck behandelt wird, muss abklärt werden, ob es sich dabei um eine harmlose Hautveränderung handelt oder ob diese einem Dermatologen gezeigt werden sollte. Dabei ist die ABCDE-Regel eine wertvolle Hilfe. 

A = Asymmetrie

Ist der Hautfleck nicht rund oder oval und gleichmäßig, sondern unregelmäßig geformt? In diesem Fall spricht man von einer Asymmetrie. Viele Flecken verändern sich in der Form mit der Zeit – auch darauf gilt es zu achten.

B = Begrenzung

Haben Hautflecken keine klare Grenze, sollten sie von einem Arzt begutachtet werden: Ihr Rand ist dann ausgefranst oder ihre Farbe verläuft langsam in die natürliche Hautfarbe. 

C = Color

Hat der Hautfleck eine gleichmäßige Farbe? Auffällig sind Flecken, die dunklere Verfärbungen zeigen oder auch rötliche oder graue Einfärbungen enthalten.

D = Durchmesser

Auch die Größe der Hautveränderung spielt bei der Diagnosestellung eine wichtige Rolle. Wächst der Fleck oder ist sein Durchmesser größer als 5 Millimeter, sollte er vom Arzt untersucht werden.

E = Evolution

Sieht der Hautfleck immer gleich aus? Oder verändert er sich in der Größe, der Form oder der Farbe? Ist das der Fall, muss ein Arztbesuch folgen.

Welche Hautveränderungen gibt es sonst noch?

Neben dunklen Hautverfärbungen sind weiße Hautflecken sehr häufig. Sie zeigen sich zum Beispiel bei der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), die zwar ungefährlich und nicht ansteckend ist, bei einer stärkeren Ausprägung aber oft zur seelischen Belastung wird. Etwa ein Prozent der Bevölkerung leidet an der Autoimmunerkrankung – sie tritt meistens vor dem 20. Lebensjahr zum ersten Mal in Erscheinung. Betroffene Hautpartien unterliegen wegen der dort fehlenden Pigmente einem erhöhten Hautkrebsrisiko und müssen daher in besonderem Maße vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. 

Eine andere Hautveränderung sind Quaddeln (Urticae). Dabei handelt es sich um weiße bis rötliche und meistens juckende Hautverdickungen – der Körper reagiert damit auf bestimmte Reize wie Insektenstiche, Allergene, Kälte oder Druck. Durch Abwehrzellen freigesetzte Botenstoffe sorgen dabei dafür, dass mehr Flüssigkeit ins Gewebe strömt und die typischen Schwellungen verursacht. Quaddeln zeigen sich meistens in verschiedenen Größen von stecknadelkopf- bis münzgroß, können aber auch zu größeren Flächen zusammenfließen.

Eine weitere Hautveränderung ist die PlaqueSchuppende Plaques sind zum Beispiel typisch für die Hautkrankheit Schuppenflechte (Psoriasis). Bei Plaques handelt es sich um erhabene und flächige Verdickungen der Haut, die Oberfläche ist dabei häufig hart und rau. Oft ist ihr Erscheinen mit einem starken Juckreiz verbunden.

Knoten sind verdickte und zum Teil verfärbte Hautpartien, die in der Haut oder im darunter liegenden Gewebe wachsen können. Häufig  handelt es sich dabei um eine verstopfte Talgdrüse oder harmlose Warzen. Da jedoch auch weißer Hautkrebs Knoten verursachen kann, sollten diese immer einem Hautarzt gezeigt werden.

Bläschen und Blasen kennt vermutlich jeder von uns: Wer hätte sich nicht schon einmal eine Blase in zu engen Schuhen gelaufen? Eine Blase ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, die zum Beispiel nach Reibung, einer Verbrennung oder einer allergischen Reaktion entsteht. Auch Herpes geht mit einer Bläschenbildung einher.